199914Augspex

Manche neue Sites machen einem die Kritik wirklich leicht: So auch die flammneue Homepage der Musikzeitschrift spex, die mit einer flammenden Einleitung aufwartet, in welcher wirklich alles gesagt wird. Also lehne ich mich jetzt faul zurück und lasse einfach spex-Autor Dietmar Dath weitersprechen:
„Es wurde aber auch langsam Zeit! An dem, was Ihr vor Euch seht, haben 20 graubärtige Generationen von Dombaumeistern und 8000 handverlesene SklavInnen unermüdlich gearbeitet. Ergebnis: eine Architektur, die Ihr gleich nach diesem Geschwätz hier betreten könnt. Eingangs erwarten Euch nicht einfach nur News (die hat die CIA-Homepage auch) sondern auch ein praller Online-only-Bereich mit Artikeln und Rezensionen zu allen liebgewordenen Debattenformen und Produktformaten, mit denen sich unsere LeserInnen seit 19 Jahren herumschlagen, von Buch bis Tonträger, Film bis Kunst, Streit bis Eloge. Aber auch im aktuellen Heft könnt Ihr blättern, und wer nicht lesen kann, schaut sich Videos an – demnächst dann, wenn auch die letzten technischen Probleme aus dem Weg geräumt sind. Tabellen wollt Ihr? Dafür gibt es die ‚Spex Hits‘-Listen. Die große weite Welt entdecken? Geht klar, es gibt ja eine Link-Seite und für den Rücklauf ein direkt über den Browser laufendes Leserforum. Im Servicebereich schließlich könnt Ihr (ebenfalls demnächst, also fleißig jeden Tag auf die Seiten schauen, um zu sehen, was sich alles ändert) Euch selbst durch Bestellungen glücklich und uns steinreich machen. All der Aufwand dient nur einem Zweck: hier können sich alle bedienen, die nach der WIRKLICHEN BEDEUTUNG so schwieriger, immer wieder mit uns in Verbindung gebrachter Ausdrücke wie ‚Progressive Rock‘, ‚Subkultur‘, ‚H-Muzik‘, ‚Clip Control‘, ‚Homie‘, ‚Einzelrohrblattinstrumente‘, ‚Differenzpolitik‘, ‚Menuett‘, ‚Lifestyle‘, ‚echt gute Platte‘ oder ‚Köln‘ fahnden. Ah, der Vielfalt, ah, der Freuden! Kriegt Euch wieder ein. Nutzt das Ding! Schreibt! Nervt!“

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